Annie Fischer

Leistungsgesellschaft


Die Idee
Benedict von Nursia verfasste um 540 die Regula Benedicti (RB), ein Regelwerk fur  dasklösterliche Zusammenleben. Seit dem Mittelalter ist sind die RB die Grundlage des Benediktinerordens. Gerechtigkeit wird nach dem Regelwerk Benedict als grundlegende Voraussetzung fur ein friedliches Zusammenleben aufgefasst. Gerechtigkeit meint in diesem Zusammenhang nicht: „fur alle dasselbe“, sondern orientiert sich an dem, wasjeder braucht und „wie es ein jeder nötig hat“. Das kann nach Maß und Inhalt sehr unterschiedlich sein. Alle müssen verantwortlich mit dem umgehen, was sie brauchen, mussen wissen und abschätzen, was sie nicht brauchen und es doch den anderen zugestehen.
In unserer Gesellschaft bekommt nicht jeder das was, er nötig hat, sondern häufig das, was aufgrund seines oder ihres Status möglich ist: z.B. muss jede(r) zweite Beschäftigteim Alter damit rechnen, eine Rente unter dem Grundsicherungsniveau zu erhalten (Quelle:Suddeutsche Zeitung). In unserer Leistungsgesellschaft mussen alle Menschen(erwerbswirtschaftlich) arbeiten. Die ihren Beitrag nicht (mehr) leisten können, mussen sich im besondern Maße bemühen. (Quelle: Christian Friedrich,Renate Hubner, Karl Kollmann, Michael-Burkhard Piorkowsky, Nina Tröger: „Abschied vom eindimensionalen Verbraucher“, Springer Verlag) Zugespitzt gesagt: Fußgänger mit Rollatoren könnten doch zukunftig auch gleichzeitig denBürgersteig fegen...


Umsetzung
Vor einen Rollator wird eine Kehrwalze, wie sie in der Strassenreinigung verwendet wird, montiert.

 

Ort

Marienmünster
 

Vor Gott sind alle Menschen gleich


Die Idee
„Denn vor Gott sind alle Menschen gleich." (Römer 2,11). So steht es in der Bibel. Auf Erden gibt es jedoch Unterschiede und die drucken sich auf unterschiedlichste Art und Weise aus: es gibt unterschiedliche Körperformen, unterschiedliche Fähigkeiten und
Begabungen, unterschiedliche soziale Identitäten und soziale Ungleichheit. Der Mensch möchte einerseits als Individuum wahrgenommen werden und andererseits haben wir alle auch das mehr oder weniger stark ausgeprägte Bedurfnis nach Zugehörigkeit und sind bereit, unsere Individualität dafur zuruckzustellen.
Die Installation beschäftigt sich mit dem Zwist zwischen Individualität und Bedurfnis nach Zugehörigkeit sowie mit Kleidung als Statussymbol und sichtbares Zeichen sozialer Ungleichheit.


Umsetzung
Auf 5-10 Torsi aus Rohrnippeln (Wasserleitungen) werden Roben bzw. Überwurfe aus unterschiedlichen Materialien wie z.B. Fliegendraht, Gaze, Wildfangzaun usw. drapiert. Die Torsi werden auf auf Ytongsteinen angebracht und können sowohl „chaotisch“ als auch in einer Reihe (je nach Ausstellungsort) im Raum angeordnet werden. DieInstallation wird voraussichtlich einen Raum von ca. 5 x 5 m (bei chaotischer Anordnung) oder einen Raum von 2,50 m x 8 m bis 10 m (bei einer Anordnung in der Reihe) einnehmen.

 

Ort

Kloster Marienfeld, Harsewinkel

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