Konzept Humanitas

„…wie es ein jeder nötig hat“ – Das Kloster als Quelle

Ausstellung und Aktionen der Gruppe pickArt e.V.

Klosterlandschaft OWL , Themenjahr 2018: HUMANITAS

Das Netzwerk Klosterlandschaft Ostwestfalen-Lippe hat sich zur Aufgabe gemacht, Klöster miteinander zu verbinden und einzelne Anlagen sichtbar und erlebbar zu machen. Hierfür richtet sich das Veranstaltungsjahr der KL OWL im Jahr 2018  an dem Begriff der Humanitas aus, der durch das Jahr hindurch verschiedenste Veranstaltungen prägen wird. Beiträge bildender Kunst sollen von pickArt e.V. erarbeitet werden. Die  lippische Künstlergruppe lässt ihre Werke der Malerei sowie Installationen, keramische Objekte, Fotografie, Video und Sprachbilder vorzugsweise für themen- und ortsbezogene Gesamtkonzepte entstehen. Für „…wie es ein jeder nötig hat“ – Das Kloster als Quelle ist an eine zentrale Ausstellung in Marienmünster gedacht sowie an weitere ortsspezifische Arbeiten etwa in Falkenhagen, Kupferberg Detmold, Hardehausen und Herstelle. Ziel ist, die Aufmerksamkeit der Besucher auf örtliche Besonderheiten zu lenken, diese mit dem roten Themenfaden der Humanitas zu verbinden. In der Begegnung mit Werken der bildenden Kunst werden die Klosteranlagen auch jenseits spiritueller Tradition zu Orten, an denen neue Erfahrungen gemacht und neue Erkenntnisse gewonnen werden können.

In klösterlichen Gemeinschaften ist und war die Humanitas zentrale Aufgabe. Eine Vorstellung davon, wie umfassend sich Menschlichkeit als Verantwortung für den anderen ausdrücken kann, geben jene Regeln, die der Heilige Benedikt von Nursia im frühen 5. Jahr-hundert für die Benediktiner- und später die Zisterzienserklöster einführte. Die wichtigsten Punkte der Regula Benedicti betreffen Demut und Keuschheit, das Schweigen, Gehorsam und Verzicht auf Eigentum. Doch wird darin, bezugnehmend auf die Apostelgeschichte, ebenso auf die verschiedenen Bedürfnisse der Mitglieder der Klostergemeinschaft einge-gangen, damit eine Versorgung gegeben sei, „wie es ein jeder nötig hat. (Apg  4, 35; RB, Kap. 34: Die Zuteilung des Notwendigen). Denen, die sich in eine Klostergemeinschaft begeben hatten, um dort zu beten, körperlich in Feld und Garten zu arbeiten oder sich dem geistigen Studium zu widmen, sollte zukommen, was sie notwendig brauchten, und die Bedürfnisse konnte sehr unterschiedlich sein. Was bedeutet dies für heutige Klosterbesucher als Individualreisende? Ist das Kloster auch für sie ein Quell des Notwendigen, was passiert dort in heutiger Zeit, wie offen ist das Kloster heute?

 

Zu den Fragen also, wie ein heutiges Kloster nach außen wirkt und was der heutige Mensch „nötig hat“ wird von zehn pickArt-Künstlerinnen für mehrere Klosterstandorte eine Reihe von Positionen erarbeitet, die spannungsvoll verschiedene Facetten der Thematik bündeln und damit zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vorstellung von Menschlichkeit, den eigenen Bedürfnissen und jenen des Nächsten anregen sollen.

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